
Wasserrettung Mödling errichtet ersten österreichischen Stützpunkt
Seit längerem wird angenommen, dass ein offenes Foramen ovale (Abk. PFO = patent foramen ovale engl.) einen Risikofaktor für eine DCS (Dekompressionskrankheit) darstellt.
Was ist nun das Foramen ovale bzw. ein PFO?
Während der embryonalen Entwicklung eines Menschen im Mutterleib erfolgt die Versorgung des Organismus mit Nährstoffen und Sauerstoff über die Plazenta. Die Lunge ist daher nicht in Verwendung und vollständig kollabiert. Um nun den Lungenkreislauf zu umgehen, befindet sich im embryonalen Herzen eine Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Herzvorhof, das so genannte Foramen ovale - quasi als Abkürzung. Das funktioniert deshalb, weil erstens durch die kollabierte Lunge der Widerstand in diese Blutstromrichtung höher ist als im Körperkreislauf und es fließt dort hin, wo es leichter geht und zweitens weil sich am Foramen ovale im linken Vorhof in Strömungsrichtung eine Art Klappe befindet, die durch den Blutstrom von rechts nach links offen gehalten wird. Kommt das Kind zur Welt wird die Nabelschnur und somit die Sauerstoffversorgung durchtrennt, es entsteht ein Atemreiz und mit dem berühmten ersten Schrei entfalten sich die Lungen. In diesem Moment schießt das Blut nun nicht mehr durch das Foramen ovale sondern in den Lungenkreislauf, weil durch die Lungenentfaltung der Widerstand dort schlagartig niedriger wird. Und zwar sogar deutlich niedriger als im linken Vorhof, d.h. es käme aufgrund der veränderten Druckverhältnisse zu einer Strömungsumkehr ABER da ist noch die Klappe am Foramen ovale: Diese fällt unter den geänderten Druckverhältnisseen wie ein Deckel auf das Loch (Klappenventil) und der Kreislauf und das Herz sind nun endgültig in rechts und links geteilt. Nachdem links der Druck physiologisch höher ist als rechts bleibt der Deckel auch drauf und wächst bei den meisten fest zu.
Aber nicht bei allen: Bei ca. 25% aller Menschen ist dieser Deckel zu aber nicht festgewachsen und das nennt man dann offenes Foramen ovale. Normalerweise ist das auch vollkommen egal, da wie gesagt links der Druck höher ist als rechts und somit nichts passieren kann.
Nun kann man aber Situationen herbeiführen in denen der Druck rechts auf einmal kurzfristig höher wird als links womit unser kleines „Türchen“ (falls nicht zugewachsen) wieder aufgeht. Solche Momente sind z.B. genereller Druckanstieg im Brustkorb mit Luftanhalten oder Nase zuhalten und dagegen pressen etc.
Na, klingelts schon bei den ersten???
Das sind klassische Tauchsituation z.B. Druckausgleich, die bei PFO eine kurze Druck- und /oder Strömungsumkehr bewirken, was an sich ganz egal wäre. NUR: Wenn ich durch welchen Umstand auch immer Mikrobläschen mit mir herumschleppe - und die bilden sich immer im venösen Gefäßsystem - dann werden die bei einer solchen Stromumkehr schnurstracks in das arterielle Gefäßsystem geblasen und können dort einen entsprechenden Schaden anrichten. Wenn sie nämlich auf der venöse Seite bleiben landen sie irgendwann in der Lunge und werden dort großteils abgebaut bevor sie das arterielle System erreichen können.
Taucher, die an dieser Studie teilnehmen wollen.
PFO Untersuchung